Niederländische Fußballnationalmannschaft (U-21-Männer) – Wikipedia

Niederlande
Logo des Niederländischen Fußballverbandes
Spitzname(n) Jong Oranje (Die junge Oranje)
Verband Koninklijke Nederlandse Voetbal Bond
Konföderation UEFA
Cheftrainer Erwin van de Looi[1]
Rekordtorschütze Klaas-Jan Huntelaar (18)
Rekordspieler Arnold Bruggink (31)
Leroy Fer (31)
FIFA-Code NED
Heim
Auswärts
Statistik
Erstes Länderspiel
Deutschland Demokratische Republik 1949 DDR 2:0 Niederlande NiederlandeNiederlande
(Rostock, DDR; 14. November 1978)
Höchster Sieg
San Marino San Marino 0:6 Niederlande NiederlandeNiederlande
(San Marino; 29. April 1997)
Erfolge bei Turnieren
Europameisterschaft
Endrundenteilnahmen 6 (Erste: 1988)
Beste Ergebnisse Sieger (2006, 2007)
(Stand: 16. März 2015)

Die niederländische U-21-Fußballnationalmannschaft ist eine Auswahlmannschaft niederländischer Fußballspieler. Sie untersteht dem KNVB (Koninklijke Nederlandse Voetbal Bond), dem niederländischen Fußballverband, und repräsentiert ihn auf der U-21-Ebene, in Freundschaftsspielen gegen die Auswahlmannschaften anderer nationaler Verbände aber auch bei der Europameisterschaft des europäischen Kontinentalverbandes UEFA oder der Fußball-Weltmeisterschaft der FIFA. Spielberechtigt sind Spieler, die ihr 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und die niederländische Staatsangehörigkeit besitzen. Bei Turnieren ist das Alter beim ersten Qualifikationsspiel maßgeblich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die niederländische U-21 wurde 1976 gegründet. Grund dafür waren die Neuordnung und Regelung der UEFA in diesem Jahr, die die Altersbegrenzung von 23 auf 21 herabsenkte. Zuvor gab es bereits seit 1972 eine U-23, in der die Ursprünge der heutigen U-21-Auswahl liegen.

Bei den ersten fünf U-21-Fußball-Europameisterschaften zwischen 1978 und 1986 schafften es die Niederländer nicht, sich für die Endrunde zu qualifizieren. Erst 1988 erreichte die Mannschaft das Viertelfinale und traf dort auf die spanische Auswahl. Nach einem 0:1 im Hinspiel konnte sich die Mannschaft im Rückspiel mit 2:1 nach Verlängerung durchsetzen. Im Halbfinale musste sie sich allerdings dem späteren Sieger Frankreich mit 5:2 (Gesamtergebnis) geschlagen geben. Bereits das Hinspiel endete 0:5 aus der Sicht der Niederländer, der 2:0-Sieg im Rückspiel konnte das Ausscheiden aus dem Turnier nicht mehr verhindern.

Bis 1998 sollte diese erste Teilnahme auch die erfolgreichste bleiben. Beim Turnier in Rumänien schaffte es die Jong Oranije wieder bis ins Halbfinale vorzudringen, musste sich dort aber Griechenland durch eine 0:3-Niederlage beugen. Beim Spiel um Platz 3 scheiterte die Mannschaft an Norwegen.

2000 scheiterte die Mannschaft bereits in der Gruppenphase der Endrunde.

Nachdem sie 2004 nicht qualifiziert waren, überraschten die Niederländer bei der EM 2006. Nach einem holprigen Start mit einer Niederlage gegen die Ukraine und einem Unentschieden gegen Dänemark, schaffte die Mannschaft erst durch einen 2:1-Sieg gegen Titelverteidiger Italien den Sprung in die KO-Runde des Wettbewerbs. Im Halbfinale traf sie auf Frankreich: trotz eines 2:0 Halbzeitvorsprungs musste die Elftal noch in die Verlängerung, setzte sich dort dann aber mit 3:2 durch. Am 4. Juni 2006 traf sie zum zweiten Mal in diesem Turnier auf die ukrainische Auswahl. Mit einem klaren 3:0 gelang die Revanche und die Niederländer konnten den ersten EM-Triumph feiern. Klaas Jan Huntelaar mit einem Doppelpack und Nicky Hofs in der Nachspielzeit besiegelten den Erfolg.

Finalmannschaft von 2006[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufstellung: Kenneth Vermeer, Gijs Luirink, Urby Emanuelson, Dwight Tiendalli, Ron Vlaar, Stijn Schaars, Nicky Hofs, Ismaël Aïssati (79. Ramon Zomer), Demy de Zeeuw, Romeo Castelen (69. Daniël de Ridder), Klaas Jan Huntelaar
Trainer: Foppe de Haan

Kader der Finalmannschaft von 2006[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Name Verein Geburtstag
Torhüter
22 Remko Pasveer Twente Enschede 08.11.1983
1 Kenneth Vermeer Ajax Amsterdam 10.01.1986
21 Michel Vorm FC Den Bosch 20.10.1983
Abwehr
5 Urby Emanuelson Ajax Amsterdam 16.06.1986
16 Arnold Kruiswijk FC Groningen 02.11.1984
3 Gijs Luirink FC Groningen 12.09.1983
16 Dwight Tiendalli FC Utrecht 21.10.1985
2 Paul Verhaegh Vitesse Arnheim 01.09.1983
17 Ron Vlaar Feyenoord Rotterdam 16.02.1985
4 Ramon Zomer Twente Enschede 13.04.1983
Mittelfeld
10 Ismaël Aïssati PSV Eindhoven 16.08.1988
19 Edson Braafheid FC Utrecht 08.04.1983
20 Demy de Zeeuw AZ Alkmaar 26.05.1983
8 Nicky Hofs Feyenoord Rotterdam 17.05.1983
12 Haris Medunjanin AZ Alkmaar 08.03.1985
6 Stijn Schaars AZ Alkmaar 11.01.1984
Angriff
15 Fred Benson Vitesse Arnheim 10.04.1984
7 Romeo Castelen Feyenoord Rotterdam 03.05.1983
11 Daniël de Ridder Celta Vigo 06.03.1984
13 Patrick Gerritsen Twente Enschede 13.03.1987
9 Klaas-Jan Huntelaar Ajax Amsterdam 12.08.1983
14 Collins John FC Fulham 17.10.1985
Trainer
Foppe de Haan 26.06.1943
Das niederländische Team nach dem Gewinn des Europameisterschaftstitel 2007.

Zur Europameisterschaft 2007 luden die Niederländer als Gastgeber ein. Diesmal setzte sich das Bondsteam recht klar als Tabellenerster in Gruppe A durch. Einzig ein 2:2 gegen Belgien kostete im letzten, für die Niederländer unbedeutenden, Spiel einen Punktverlust. Das Halbfinale wurde 13:12 im Elfmeterschießen entschieden. Nach 90 Minuten hatte es 1:1 gestanden. Gianni Zuiverloon verwandelte den entscheidenden Treffer für die Oranije. Sechs Akteure mussten sogar zwei Mal zu einem Elfmeter antreten, und damit wurde ein neuer Rekord für die meisten Tore in einem UEFA-Pflichtspiel aufgestellt.

Im Finale am 23. Juni 2007 im Euroborg musste man sich mit Serbien auseinandersetzen. Durch einen frühen Treffer in der 17. Minute durch Otman Bakkal wurden schnell die Weichen auf Sieg gestellt. Durch Tore von Ryan Babel (60.) und Maceo Rigters (67.) war der Erfolg schon fast sicher. Nach einem Anschlusstreffer in der 79. Minute durch Dragan Mrđa, konnte Luigi Bruins (87.) kurz vor Schluss den alten Abstand wiederherstellen. Mit Daniël de Ridder war nur noch ein Spieler aus dem Kader des Vorjahrestriumphes in der Startelf der Finalmannschaft von 2006.

Finalmannschaft von 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufstellung: Boy Waterman, Gianni Zuiverloon, Arnold Kruiswijk, Erik Pieters (89. Calvin Jong-a-Pin), Hedwiges Maduro, Royston Drenthe (78. Roy Beerens), Ryan Babel, Daniël de Ridder, Maceo Rigters (69. Luigi Bruins), Ryan Donk, Otman Bakkal
Trainer: Foppe de Haan

Kader der Finalmannschaft von 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Name Verein Geburtstag
Torhüter
23 Tim Krul Newcastle United 03.04.1988
16 Kenneth Vermeer Ajax Amsterdam 10.01.1986
1 Boy Waterman AZ Alkmaar 24.01.1984
Abwehr
18 Ryan Donk AZ Alkmaar 30.03.1986
8 Royston Drenthe Feyenoord Rotterdam 08.04.1987
4 Arnold Kruiswijk FC Groningen 02.11.1984
5 Erik Pieters FC Utrecht 07.08.1988
2 Paul Verhaegh Vitesse Arnheim 01.09.1983
15 Robbert Schilder Heracles Almelo 18.04.1986
21 Frank van der Struijk Willem II Tilburg 28.03.1985
3 Ron Vlaar Feyenoord Rotterdam 16.02.1985
Mittelfeld
10 Ismaël Aïssati Twente Enschede 16.08.1988
22 Otman Bakkal Twente Enschede 27.02.1985
14 Roy Beerens NEC Nijmegen 22.12.1987
12 Luigi Bruins Excelsior Rotterdam 09.03.1987
19 Calvin Jong-a-Pin SC Heerenveen 18.07.1986
6 Hedwiges Maduro Ajax Amsterdam 13.02.1985
17 Haris Medunjanin Sparta Rotterdam 08.03.1985
2 Gianni Zuiverloon SC Heerenveen 30.12.1986
Angriff
9 Ryan Babel Ajax Amsterdam 19.12.1986
11 Daniël de Ridder Celta Vigo 06.03.1984
20 Tim Janssen RKC Waalwijk 06.03.1986
7 Julian Jenner AZ Alkmaar 28.02.1984
13 Maceo Rigters NAC Breda 22.01.1984
Trainer
Foppe de Haan 26.06.1943

Auch zur U-21-Fußball-Europameisterschaft 2009 in Schweden wollten die Niederländer anreisen und den Titel verteidigen. Nach guten Start in der Gruppe 5, verpasste es das Team den Gruppensieg perfekt zu machen. In den letzten vier Begegnungen wurden nur vier der möglichen zwölf Punkte erreicht, darunter zwei Niederlagen gegen die Schweiz, und damit nur Platz zwei. Somit musste man den Schweizer Alpenfußballern Vortritt lassen und verpasste die EM. Im Juli darauf wurde Foppe de Haan als Trainer der Mannschaft gekündigt. Seinen Platz nahm Cor Pot ein. Dieser betreute das Team bereits zwischen 2002 und 2003.

Teilnahme an Junioren-Europameisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teilnahme bei U-23 Europameisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teilnahme bei U-21 Europameisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Serbien und die Niederlande im Finalspiel von 2007
1978 nicht qualifiziert
1980 nicht qualifiziert
1982 nicht qualifiziert
1984 nicht qualifiziert
1986 nicht qualifiziert
1988 Halbfinale
1990 nicht qualifiziert
1992 Viertelfinale
1994 in Frankreich nicht qualifiziert
1996 in Spanien nicht qualifiziert
1998 in Rumänien 4. Platz
2000 in der Slowakei 5. Platz
2002 in der Schweiz Viertelfinale
2004 in Deutschland nicht qualifiziert
2006 in Portugal Sieger
2007 in Niederlanden Sieger
2009 in Schweden nicht qualifiziert
2011 in Dänemark nicht qualifiziert
2013 in Israel Halbfinale
2015 in Tschechien nicht qualifiziert
2017 in Polen nicht qualifiziert
2019 in Italien und San Marino nicht qualifiziert
2021 in Slowenien und Ungarn Halbfinale
2023 in Rumänien und Georgien nach Gruppenphase ausgeschieden

Bemerkung: Zwischen 1978 und 1992 wurde die Endrunde einer U-21-Europameisterschaft nicht in einem Land ausgetragen, sondern durch Hin- und Rückspiele in den jeweiligen teilnehmenden Nationen absolviert.

Bisherige Trainer (unvollständig)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rekordspieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meiste Länderspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arnold Bruggink hat, neben Leroy Fer, die meisten Einsätze in der Jong Oranje absolviert.
# Name Zeitraum Spiele Tore
1 Arnold Bruggink 1995–1999 31 15
Leroy Fer 2009–2013 31 06
3 Daniël de Ridder 2004–2007 30 01
4 Niels Oude Kamphuis 1996–2000 28 02
5 Roy Makaay 1994–1998 27 15
Mark van Bommel 1996–2000 27 03
7 Kiki Musampa 1996–2000 25 08
Arnold Kruiswijk 2003–2007 25 00
9 Georginio Wijnaldum 2009–2013 24 10
10 Daley Blind 2009–2013 23 00
Klaas-Jan Huntelaar 2002–2006 23 18
Bram Nuytinck 2010–2013 23 02
Marco van Ginkel 2011–2014 23 04

Stand: 29. Mai 2014

Meiste Länderspieltore[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Huntelaar erzielte bislang die meisten Tore in der niederländischen U-21 Auswahl.
# Name Zeitraum Tore Spiele Durchschnitt
1 Klaas-Jan Huntelaar 2002–2006 18 23 0,78
2 Roy Makaay 1994–1998 15 27 0,56
Arnold Bruggink 1995–1999 15 31 0,48
4 Género Zeefuik 2011–2012 10 12 0,83
Georginio Wijnaldum 2009–2013 10 24 0,42
6 Kiki Musampa 1996–2000 08 25 0,32
7 Edwin Bakker 1984–1985 07 07 1,00
Ronald de Boer 1989–1992 07 09 0,78
Quincy Promes 2013–2014 07 10 0,70
10 Maceo Rigters 2007 06 09 0,67
Willy Carbo 1980–1981 06 14 0,43
Luc Castaignos 2011–2014 06 15 0,40
Leroy Fer 2009–2013 06 31 0,19

Stand: 3. Juni 2014

Ehemalige Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auswahl

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Van de Looi kijkt met tien nieuwe namen alvast verder vooruit, ad.nl, 26. September 2018, abgerufen am 26. September 2018 (niederländisch)